Die NÖ Landesausstellung 2026 „Wenn die Welt Kopf steht – Mensch. Psyche. Gesundheit.“ am Areal des Landesklinikums Mauer im Mostviertel
Die Niederösterreichische Landesausstellung von 28. März bis 8. November 2026 am Areal des Landesklinikums Mauer widmet sich unter dem Titel „Wenn die Welt Kopf steht – Mensch. Psyche. Gesundheit.“ dem hochaktuellen und wichtigen Thema „menschliche Psyche“.
Das Landesklinikum Mauer ist seit über 120 Jahren eng mit der psychiatrischen Versorgung in Niederösterreich verbunden und im Zuge der Landesausstellung bekommen die Besucher:innen die Möglichkeit das Landesklinikum aus neuen Blickwinkeln zu erleben, denn es ist das erste Mal, dass eine Landesausstellung auf einem Klinikgelände bei laufendem Betrieb stattfindet.
Die Eröffnung der Niederösterreichischen Landesausstellung fand am 27. März 2026 durch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner vor rund 600 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Gesundheitsorganisationen und zahlreichen Medienvertreter:innen statt.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner: „Psychische Gesundheit ist eines der großen gesellschaftlichen Themen unserer Zeit. Die Landesausstellung im Landesklinikum Mauer widmet sich dem Umgang damit. Besonders wichtig ist mir dabei, dass wir mit dieser Landesausstellung ganz bewusst die jungen Menschen miteinbinden und für dieses Thema, das Menschen in allen Altersgruppen und in allen gesellschaftlichen Gruppen betrifft, sensibilisieren. Die Landesausstellung soll die Wichtigkeit psychischer Gesundheit in unserer Gesellschaft betonen, die Enttabuisierung psychischer Erkrankungen vorantreiben und den Diskurs darüber anregen – und somit weit über das Jahr 2026 hinauswirken.“
„Wenn die Welt Kopf steht – Mensch. Psyche. Gesundheit.“ –
Ziel der NÖ Landesausstellung ist es, unterschiedliche Aspekte von geistiger Gesundheit und Krankheit aufzuzeigen und damit psychische Gesundheit als gesamtgesellschaftliches Anliegen zu vermitteln. Denn psychische Erkrankungen dürfen kein Tabu mehr sein und Betroffene und ihre Angehörigen sollen keine Ausgrenzung erfahren.
Die rund 640 historischen Objekte, Kunstwerke, Fotografien, Texte und Dokumente aus über 250 Jahren Medizingeschichte geben Einblicke in den historischen und aktuellen Umgang mit psychischen Erkrankungen, ergänzt durch persönliche Stimmen von Patientinnen und Patienten, Angehörigen und Mitarbeitenden – und zeigen die Vielschichtigkeit von psychischen Erkrankungen.
Um die Orte am Gelände des Landesklinikums Mauer miteinander zu verbinden, wurde ein kuratierter Rundweg geschaffen, der Besucherinnen und Besucher über historische und ausstellungsrelevante Themen sowie die außergewöhnliche Jugendstil-Architektur informiert.
Die Kuratierung der Ausstellung übernahmen Niko Wahl, Michael Resch und Armin Laussegger.
Armin Laussegger (wissenschaftlicher Leiter der NÖ Landesausstellungen): „Die Niederösterreichischen Landesausstellungen zeigen auf, warum historische Entwicklungen für unser heutiges Zusammenleben relevant sind. Wir wollen mit der diesjährigen Schau wissenschaftlich fundiert informieren, Vorurteile abbauen, Missverständnisse ausräumen und über die Ausstellungsobjekte miteinander ins Gespräch kommen. Damit werden wir dem Thema psychische Gesundheit und dem besonderen Ort gerecht.“
Paulus Hochgatterer (Psychiater, Autor und Leiter des wissenschaftlichen Beirats der Landesausstellung): „Die Psyche in ihrer Vielfalt, Originalität und Verletzlichkeit hat die Menschen immer schon fasziniert. Dort, wo es um schwer Begreifliches und Bedrohliches geht, waren psychische Phänomene über Jahrhunderte hinweg Argument für Ausgrenzung und Absonderung. Zu zeigen, dass sich Letzteres inzwischen fundamental geändert hat, ist ein zentrales Anliegen dieser Landesausstellung. Zusätzlich muss betont werden, wie enorm wichtig es ist, dass in einer Periode, in der rings um uns die Universalien der Aufklärung – Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde – wiederum in Frage gestellt werden, eine derartige Landesausstellung einen dezidiert humanistischen Grundton besitzt.“
Vermittlungsprogramm „Familienspur“ und Lernort zur Geschichte der NS-Medizinverbrechen
Für Kinder bis 12 Jahre und ihre Begleitpersonen wurde das Vermittlungsprogramm „Familienspur“ zum Teil gemeinsam mit Lehrenden und Volksschüler:innen aus der Gemeinde Haag entwickelt.
Barbara Kunerth, Schulleiterin der Volksschule Haag: „Die Kinder der Volksschule Haag haben mit Mut und großer Kreativität all das zum Ausdruck gebracht, was wir an unserer Schule unter dem Leitgedanken ‚Gemeinsam lernen – miteinander leben‘ gestalten. Mit viel Freude und Engagement sind vielfältige Beiträge für die Ausstellung entstanden.“
Außerdem wurde in der Ausstellung im Haus 21 ein Lernort zur Geschichte der NS-Medizinverbrechen im Landesklinikum Mauer installiert, um die neuesten Forschungsergebnisse zur Heil- und Pflegeanstalt während der NS-Zeit zu vermitteln und damit die Basis für eine engagierte Erinnerungskultur zu schaffen. Auch nach der NÖ Landesausstellung kann der Lernort im Landesklinikums kostenlos besucht werden.
Die NÖ Landesausstellung 2026 setzt auf Barrierefreiheit
Die NÖ Landesausstellung 2026 am Areal des Landesklinikums Mauer versteht sich als Beitrag zu einer inklusiven, wertschätzenden Gesellschaft und ist barrierefrei zugänglich.
Die Wege im Außenbereich sind eben und gut begehbar, bauliche Maßnahmen wurden gemeinsam mit Expert:innen entwickelt und mehrere Gebäude verfügen über rollstuhlgerechte Zugänge mit Rampen und Handläufen. Für Besucher:innen mit Mobilitätseinschränkungen stehen barrierefreie Parkplätze am temporären Parkplatz zur Verfügung.
Unterstützende Angebote wie Leitsystem, inklusives Ausstellungsdesign, Audioguides und Führungen bzw. auf die unterschiedlichen Altersgruppen abgestimmte Vermittlungsformate sowie Workshops erleichtern den inhaltlichen Zugang für alle Menschen.
Die Bedeutung der NÖ Landesausstellung für das Klinikum und die Region
Das Landesklinikum spielt für die Stadt Amstetten und die Region für die medizinische Versorgung der Menschen, als Bildungsstandort und als Arbeitgeber eine wichtige Rolle. Die NÖ Landesausstellung 2026 wird von 31 Gemeinden der LEADER-Region Moststraße unterstützt und die Region Moststraße lädt dazu ein, das Mostviertel als Kultur- und Gesundheitsregion mit vielfältigen (kultur-)touristischen Angeboten zu erleben.
Landesrat Anton Kasser: „Dass zum ersten Mal eine Landesausstellung bei laufendem Betrieb in einem Klinikum durchgeführt wird, ist etwas sehr Besonderes. Das Klinikum in Mauer leistet tagtäglich unsagbar wichtige Arbeit im Bereich der mentalen Gesundheit – das Thema der Ausstellung stellt genau diese herausragende Arbeit in den Fokus. Um all das gemeinsam mit der Organisation der Landesausstellung hier am Standort unter einen Hut zu bringen, bedarf es viel Einsatz von Seiten des Klinikums. Deshalb gilt mein Dank allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie der gesamten Klinikleitung.“
Christian Haberhauer, Bürgermeister von Amstetten: „Die Niederösterreichische Landesausstellung 2026 ist eine große Chance für Amstetten und die gesamte Region. Sie sichert den Standort Mauer langfristig ab und unterstreicht die Bedeutung Amstettens als Zentrum für Gesundheit, Bildung und Innovation. Wir freuen uns darauf, viele Besucherinnen und Besucher willkommen zu heißen, die neben der Ausstellung auch die vielfältigen Freizeitangebote, kulturellen Einrichtungen und die Gastronomie in Amstetten sowie Umgebung besuchen und entdecken werden.“
Michaela Hinterholzer, Bürgermeisterin von Oed-Öhling und Obfrau der LEADER-Region Moststraße: „Wir haben als Gastgeberregion unsere Betriebe qualifiziert, die Bevölkerung mit der Vortragsreihe ‚Impulse für Kopf und Herz‘ inhaltlich eingestimmt und gleichzeitig die Umgebung herausgeputzt, damit aus einem Ausstellungsbesuch ein Gesamterlebnis wird. Heute bin ich richtig stolz – weil 31 Gemeinden, Betriebe und Partner gezeigt haben: Wenn wir zusammen anpacken, wird aus der Landesausstellung ein echtes Moststraße-Gesamterlebnis!“
Lukas Michlmayer, Landtagsabgeordneter und Bürgermeister von Haag: „Die niederösterreichische Landesausstellung ist eine große Chance für unsere schöne Region. Wir haben dadurch die Möglichkeit, unsere Gastfreundschaft zu leben und unsere schöne Kulturlandschaft zu zeigen. Wer einmal hier war, kommt gerne wieder. Das bringt nachhaltige Wertschöpfung in unsere Region, wovon viele Betriebe und Tourismusstätten profitieren.“

NÖ Landesausstellung 2026
Credits: ORF - Klaus Titzer
NÖ Landesausstellung 2026