Österreich ist Vize-Weltmeister – ÖFB U17-Nationalteam wird nach starkem Auftritt bei der FIFA U17 WM erst im Finale von Portugal gestoppt
Es waren sensationelle Turnierwochen für das ÖFB U17-Nationalteam.
Erst im Finale der FIFA U17 WM musste sich Österreich dem U17-Team aus Portugal mit 0:1 (0:1) geschlagen geben.
Die U17-Auswahl (JG 2008) von Teamchef Hermann Stadler erreichte das WM-Finale mit sieben Siegen aus sieben Spielen.
Nach der Gruppenphase gegen Saudi-Arabien (1:0), Mali (3:0) und Neuseeland (4:1) gelangen in der K.o.-Phase Erfolge gegen Tunesien (2:0), England (4:0), Japan (1:0) und Italien (2:0).
Im Finale wurde der Erfolgslauf des ÖFB Nationalteams dann vom amtierenden Europameister Portugal gestoppt. Anisio Cabral (32.) erzielte das entscheidende 1:0 für die Portugiesen.
Das U17-WM-Finale mit starkem Start von Österreich
Vor den Augen des ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzenden Josef Pröll, ÖFB-Generalsekretärs Thomas Hollerer, ÖFB-Sportdirektors Peter Schöttel und Sebastian Prödl (Leiter Nachwuchs-Nationalteams) kommt die Stadler-Auswahl im Khalifa International Stadium von Doha gut in die Partie. Nach Ballgewinn chipt Johannes Moser den Ball zu Hasan Deshishku, der Austrianer steht bei seinem Abschluss jedoch im Abseits (1.).
Auf der Gegenseite zeigen die Portugiesen in der 3. Minute ihre individuelle Qualität. Mide legt per Ferse ab auf Duarte Cunha, dessen Schuss deutlich am langen Eck vorbeirauscht. Der amtierende Europameister startet mit viel Wucht und versucht, die ÖFB-Talente in der Anfangsphase auf dem falschen Fuß zu erwischen.
Österreichs Team versteckt sich aber nicht. Johannes Moser zieht von der rechten Seite ins Zentrum, sein Schuss wird von dem Fuß eines portugiesischen Verteidigers zum Corner geblockt (12.). Nach dem anschließenden Eckball kontert Portugal und erzielt den vermeintlichen Führungstreffer. Florian Hofmann wird dabei von Duarte Cunha umgestoßen, woraufhin Referee Roberto Perez (PER) den Treffer aberkennt.
Es geht hin und her in dieser Anfangsviertelstunde. Wenige Augenblicke später bietet sich den Stadler-Schützlingen gleich die doppelte Chance auf das 1:0. Den Schuss von Hasan Deshishku pariert Portugals Keeper Romario Cunha, der Ball landet bei Goalgetter Moser, dessen Abschlüsse gleich zweimal abgeblockt werden (14.).
Portugal beginnt das Spiel zu dominieren und erzielt das 1:0
Nach der rasanten Anfangsphase beruhigt sich die Partie im Anschluss etwas. Portugal ist etwas besser im Spiel, aber Österreichs Auswahl investiert viel, arbeitet gut und lässt gegen die starke Offensive des Europameisters zunächst keine konkreten Chancen zu.
In der 32. Minute dann aber der Schock für das ÖFB-Team. Nach einer Seitenverlagerung kombinieren sich Mide und Duarte Cunha über rechts durch, den Stanglpass drückt Anisio Cabral, aus abseitsverdächtiger Position, aus wenigen Metern über die Linie. Aber auch der VAR ändert nach Challenge von Teamchef Hermann Stadler daran nichts mehr.
Die rot-weiß-roten Youngster tun sich nach dem Rückstand schwer. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Spielen gelingt es nicht, gefährlich vor das gegnerische Tor zu kommen. So geht es mit dem 0:1 in die Halbzeit.
Die zweite Halbzeit mit Chancen für Österreich, aber weiterhin starken Portugiesen
Den zweiten Durchgang beginnt Österreich schwungvoll. Moser kommt über die linke Seite durch, seine Hereingabe findet im Zentrum aber keinen Abnehmer (46.). Die ÖFB-Talente bleiben am Drücker. Deshishku wird zu Fall gebracht, den fälligen Freistoß tritt der Austria-Angreifer selbst und zwingt Romario Cunha zu einer Parade (47.).
Es folgen zwei ÖFB-Möglichkeiten durch Weitschüsse. Zunächst probiert es Nicolas Jozepovic mit einem Volley aus der Drehung (53.), wenige Augenblicke später probiert es Vasilije Markovic (54.). Bei beiden Abschlüssen ist der portugiesische Goalie zur Stelle.
Nach etwas mehr als einer Stunde zeigen sich die Portugiesen wieder einmal in der Offensive. Cabral findet mit einer Flanke von rechts Mide im Zentrum, der knapp neben das ÖFB-Tor köpft (62.). Sechs Minuten später übersieht die ÖFB-Defensive Jose Neto an der zweiten Stange, dessen Direktabnahme geht schlussendlich deutlich am Tor vorbei (68.).
Der Europameister wird mit zunehmender Spieldauer wieder aktiver. Joao Aragoa verfehlt mit seinem Abschluss in der 78. Minute das Ziel. Österreichs Team liefert einen engagierten Auftritt ab, findet gegen die kompakte Defensive der Portugiesen jedoch kaum ein Mittel.
Die rot-weiß-rote Schlussoffensive bringt nicht das erhoffte Tor für Österreich
Aber das ÖFB-Team kommt noch zu einer guten Chance. Ifeanyi Ndukwe kommt aus aussichtsreicher Position zum Kopfball, Romario Cunha lenkt den Ball mit den Fingerspitzen über die Querlatte (82.). Die größte ÖFB-Chance des Spiels gibt es drei Minuten später. Der Sekunden zuvor eingetauschte Daniel Frauscher kommt nach einem Freistoß zentral vor dem Tor an den Ball, die Stange hat aber etwas gegen den Ausgleich (85.).
Die Schlussoffensive der österreichischen Auswahl bleibt aber leider in diesem Finale unbelohnt. Nach grandiosen Auftritten müssen die Stadler-Schützlinge sich am Ende mit dem Vize-Weltmeistertitel begnügen.
Kleiner Trost an diesem bitteren Abend: Johannes Moser wird mit seinen acht Treffern Torschützenkönig.
FIFA U17 Fußball-Weltmeisterschaft – Finale
Portugal vs. Österreich 1:0 (1:0)
Tore: Cabral (32.)
Österreich: Daniel Posch – Rafael Feldinger (84. Sergej Savic), Ifeanyi Ndukwe, Jakob Pokorny (K), Florian Hofmann (84. Julian Halmich) – Luca Weinhandl, Vasilije Markovic – Hasan Deshishku, Jakob Werner (64. Loris Husic), Johannes Moser – Nicolas Jozepovic (84. Daniel Frauscher)
Portugal: R. Cunha – Banjaqui, Furtado, J. Neto, Chelmik – Quintas (K) (77. Soares), Lima, D. Cunha (66. Aragao), Mide (77. Verdi), Manuel (66. Pereira) – Cabral (89. R. Neto)
Die Stimmen nach dem U17-WM-Finale
Teamchef Hermann Stadler: „Im ersten Moment jetzt so kurz nach Spielende sind wir natürlich enttäuscht. Vor der Pause waren wir zu passiv, da war Portugal besser. In der zweiten Halbzeit haben wir wieder unser wahres Gesicht gezeigt und einen tollen Fight geliefert. Heute überwiegt die Enttäuschung. In Summe haben wir über diese fünf Wochen in Katar Unglaubliches geleistet. Wir waren eine extrem homogene Gruppe, hatten einen sensationellen Teamspirit. Wenn uns im Vorfeld jemand gesagt hätte, dass wir ins Finale kommen, hätten wir das mit Handkuss genommen. Ich bin unheimlich stolz auf die Burschen, aber auch auf meinen Betreuerstab, sie haben sensationelle Arbeit geleistet. Leider haben wir uns nicht krönen können. Aber wir können erhobenen Hauptes nach Österreich zurückkehren.“
Kapitän Jakob Pokorny: „Im ersten Moment nach Schlusspfiff war ich natürlich sehr traurig. Aber jetzt mit etwas Abstand bin ich einfach extrem stolz auf die Mannschaft. Dieser Erfolg war vor zwei Jahren noch nicht absehbar. Wir waren noch keine wirklich Mannschaft, aber wir sind jetzt so zusammengewachsen. Natürlich hätten wir die Partie heute auch gerne gewonnen, aber was wir in den letzten Wochen geleistet haben, ist Wahnsinn.“
Goalie Daniel Posch: „Wir haben alles gegeben, waren in der zweiten Halbzeit nahe dran. Die Portugiesen haben gezeigt, dass sie eine richtig gute Mannschaft sind. Sie sind nicht umsonst Europameister und jetzt auch Weltmeister. Ich glaube, dass wir stolz sein können, was wir erreicht haben, aber im Moment tut es einfach weh.“
ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzender Josef Pröll: „Es erfüllt mich mit großem Stolz, dass wir heute hier mit der U17 in diesem WM-Finale stehen. Portugal hat stark angefangen, hat das Tempo verschärft, aber wir sind immer besser geworden und die Schlussphase hatte es dann wirklich in sich. Was die Burschen auf den Rasen gebracht haben, ist wirklich großartig. Ganz Österreich kann stolz sein auf dieses Team. Man hat in der Qualifikation schon gesehen, dass hier etwas entsteht und das Team hat es bei dieser WM bewiesen. Diese Momente müssen sie mitnehmen. Sie haben gezeigt, dass sie mit allen mithalten können. Bei einer WM mit 48 Teams Zweiter zu werden, ist eine große Leistung. Zu diesem Erfolg gehören auch die Akademien und LAZ, die wir in Österreich haben. In der Talenteförderung passiert so viel. Wir hatten die „Trainieren mit dem Teamchef“-Tour, Perspektivspielerlehrgänge, da greift ein Rädchen in das andere. Wir dürfen nicht nachlassen, das Tempo ist hoch, da müssen wir dran bleiben.“

Credits: ÖFB (Österreichischer Fußball-Bund)
Spatenstich für das "Theater im Park" - v.l.n.r.: Thomas Reicher (Geschäftsbereichsleitung Hochbau Ost HABAU), Matthias Prichzi (Geschäftsführer ATG-Live GmbH), Markus Ornig (Wirtschaftssprecher NEOS), Barbara Novak (Wirtschaftsstadträtin), Joachim Hilke (CEO ATG Entertainment Central Europe), Alexander Nikolai (Bezirksvorsteher 2. Bezirk) - Credits: Gerhard Fally - ATG Entertainment
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