Berglandmilch – Wie aus bäuerlicher Zusammenarbeit Österreichs größte Molkerei entstand

Gemeinsam stärker am Milchmarkt

Die Geschichte von Berglandmilch ist eng mit dem Genossenschaftsgedanken verbunden. Landwirtschaftliche Betriebe schließen sich zusammen, liefern ihre Milch an ein gemeinsames Unternehmen und vermarkten die daraus entstehenden Produkte gemeinsam.

Bis heute steht Berglandmilch vollständig im Eigentum ihrer rund 8.000 Milchbäuerinnen und Milchbauern. Für viele Familienbetriebe ist das erwirtschaftete Milchgeld ein wesentlicher Teil ihres Einkommens. Gleichzeitig stärkt die Zusammenarbeit eine kleinstrukturierte Landwirtschaft, wie sie für viele Regionen Österreichs typisch ist.

Der Zusammenschluss zur Berglandmilch

In ihrer heutigen Form entstand Berglandmilch im Jahr 1995 durch den Zusammenschluss von sechs bedeutenden Molkereien. Zum Jahreswechsel 1995/1996 übernahm das neu gegründete Unternehmen die Milchaktivitäten und die dazugehörigen Marken der Austria Milch und Fleisch. Damit sollte die Position der österreichischen Milchwirtschaft auf dem europäischen Markt langfristig abgesichert werden.

Es folgten umfassende Modernisierungen und eine Neuordnung der Produktionsstandorte. Weitere Molkereien schlossen sich an: 2009 kam die Landfrisch Molkerei hinzu, 2010 folgte Tirol Milch und 2011 die Stainzer Milch.

Aus dem Zusammenschluss regionaler Betriebe entwickelte sich so Österreichs größte Molkerei und eines der führenden milchverarbeitenden Unternehmen Mitteleuropas. Heute verarbeitet Berglandmilch an mehreren Standorten in Österreich jährlich rund 1,3 Milliarden Kilogramm Milch.

Bekannte Marken aus Österreich

Unter dem Dach von Berglandmilch befinden sich zahlreiche Marken, die seit vielen Jahren in österreichischen Supermärkten und Haushalten vertreten sind. Dazu gehören Schärdinger, Tirol Milch, Lattella, Landfrisch, Stainzer, Alpi und Jogurella.

Das Sortiment reicht von Milch, Butter und Joghurt über Topfen und Milchmischgetränke bis zu Frischkäse und unterschiedlichen Käsespezialitäten. Die einzelnen Marken bewahren dabei ihre regionale Herkunft und ihre eigene Identität, profitieren jedoch von der gemeinsamen Verarbeitung, Produktentwicklung und Vermarktung.

Gerade diese Verbindung aus bekannten Traditionsmarken und moderner Produktion macht Berglandmilch zu einem wichtigen Teil der österreichischen Lebensmittelwirtschaft.

Verantwortung vom Bauernhof bis zur Verpackung

Neben Produktqualität und regionaler Verarbeitung beschäftigt sich Berglandmilch verstärkt mit Tierwohl, Klimaschutz und einem bewussteren Umgang mit Ressourcen. Die durchschnittliche Größe der angeschlossenen Bauernhöfe liegt bei rund 20 Kühen. Damit stammt ein großer Teil der Milch weiterhin aus vergleichsweise kleinen, familiär geführten Betrieben.

Auch an den Produktionsstandorten wurden Maßnahmen umgesetzt, um fossile Energieträger zu ersetzen und Emissionen zu reduzieren. Biomasse- und Biogasanlagen, erneuerbarer Strom sowie effizientere Produktionsprozesse spielen dabei eine wichtige Rolle.

Bei den Verpackungen setzt das Unternehmen unter anderem auf besser recyclingfähige Materialien, einen geringeren Kunststoffverbrauch und wiederbefüllbare Mehrweg-Glasflaschen. Damit führt Berglandmilch den ursprünglichen Genossenschaftsgedanken in die Gegenwart: Gemeinsam zu wirtschaften und zugleich die Grundlage für kommende Generationen zu erhalten.